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DEZ 09 - ORTHOPÄDISCHE NACHRICHTEN
Rücken / Wirbelsäule
Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose
Arthrosen können in jedem Gelenk des Körpers aufgrund vielfältiger Ursachen entstehen, häufig Knie- und Hüftgelenke. An der Wirbelsäule sind vor allem die Facettengelenke der Lenden- und Halswirbelsäule betroffen. Trotz intensiver Forschung ist eine Heilung von Arthrosen bisher nicht gelungen. Verschiedene Therapieoptionen versuchen das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern, durch Erhalt der Gelenkfunktion und adäquate Schmerzreduktion. Operativ werden an Knie und Hüfte diverse arthroskopische Operationsverfahren bis hin zum Gelenkersatz angeboten. Im Bereich der Wirbelsäule kommen im engeren Sinne nur stabilisierende Ope-rationsverfahren in Frage, mit der bekannten Problematik der Anschlussdegeneration.
Orale medikamentöse Behandlungsansätze
Zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung werden Wirkstoffe wie Paracetamol und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) sowie die größer werdende Gruppe der COX-2-Hemmer eingesetzt. Das bekannte Nebenwirkungsspektrum umfasst vor allem Magenprobleme, jedoch ist auch die kardiovasculäre Langzeitsicherheit (noch) nicht abschließend geklärt.
Lokale medikamentöse Behandlungsansätze
Andere Behandlungsansätze basieren auf Gelenkinjektionen. Corticoidhaltige Präparate sind fester Therapiebestandteil im akuten entzündlich aktivierten Gelenk. Jedoch gerade im An-fangsstadium einer Arthrose hat sich die Injektion von Hyaluronsäure-präparaten bewährt. Die Idee zur Behandlung basiert auf der physiologischen Funktion der Hyaluronsäuren in Gelenk-knorpel, Gelenkflüssigkeit und in der Synovia als wasserspeichernde Proteoglykane, die regulär bis an die Oberfläche vorhanden sind und die normale Viskosität der Synovialflüssigkeit auf-rechterhalten. Diese bilden ein engmaschiges Netz und beschichten die Synovialmembran und damit auch die dort liegenden Schmerzrezeptoren.
Im Rahmen des fortschreitenden Arthroseprozesses nimmt Qualität und Quantität der körperei-genen Hyaluronsäuren ab und reduziert somit die Belastbarkeit des betroffenen Gelenkes. Durch die Injektion von Hyaluronsäuren werden fehlende Bausteine in Knorpel, Gelenkflüssigkeit und Synovia ersetzt. Üblich sind drei- bis fünf Injektionen im Abstand von etwa einer Woche als "Kurmaßnahme". Auch diese Hyaluronsäuren sind den vorbekannten Degenerationsme-chanismen unterworfen, so dass regelmäßige Nachinjektionen in Abhängigkeit von den aktuel-len Beschwerden erfolgen. Gerade an der Wirbelsäule hat sich die gezielte selektive Infiltration der Facettengelenke unter radiologischer Kontrolle im Bildwandler oder Computertomographen bewährt.
Ziel der Arthrosebehandlung ist in jedem Fall, die Gelenkfunktion möglichst lange aufrecht zu erhalten und die teilweise quälenden Gelenkschmerzen zu lindern. Dann ist es auch möglich ein regelmäßiges Trainingsprogramm für die gelenk-/rumpfstabilisierende Muskulatur durchzuführen, so dass ein lang anhaltender Effekt der Injektionsbehandlungen unterstützt wird.