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SEP 09 - ORTHOPÄDISCHE NACHRICHTEN
Osteoarthritis: Viskosupplementation mit biofermentativ hergestellter stabilisierter Hyaluronsäure
Die intraartikuläre Viskosupplementation mit Hyaluronsäure ist eine attraktive the-rapeutische Option bei Osteoarthritis. Die therapierelevanten Unterschiede zwischen den Produkten sollten aber beachtet werden.
Die medikamentöse Standardtherapie der Osteoarthritis mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs bzw. COX2 Inhibitoren) wird nicht von allen Patienten vertra-gen und kann mit durchaus nicht unerheblichen Reaktionen (z.B. gastrointestinale Ulzerationen) verbunden sein. Als Alternative bietet sich die Viskosupplementation, d.h. die intraartikuläre Injektion von Hyaluronsäure (HA) an. Da es sich bei HA um einen physiologischen Bestandteil der Synovialflüssigkeit handelt, sind die dabei auftretenden Risken vergleichsweise sehr gering.
Die Wirksamkeit der HA-Viskosupplementation wurde allerdings vielfach kontrovers diskutiert. Aus dem derzeit vorliegenden, bereits sehr umfangreichen Datenmaterial können insgesamt durchaus günstige Schlussfolgerungen gezogen werden. In einer vergleichenden Analyse von sechs Metaanalysen, kommen Campbell, Bellamy & Gee
1 zu dem Ergebnis, dass bei der Anwendung im Knie die Vorteile der Viskosupplementation die Risken insgesamt überwiegen, was auch von den allerneuesten Reviews bestätigt
2 wird. Dadurch werden auch die zahlreichen in der Praxis gemachten subjektiven Beobachtungen bestätigt, die zeigen, dass die HA-Viskosupplementation den osteoarthritischen Krankheitsverlauf vielfach in eine günstige Richtung triggert, wobei sich sowohl der aktive Bewegungsumfang als auch das Schmerzniveau verbessern können.
Klinisch relevante Unterschiede zwischen HA Produkten bestehen im Ursprung der HA (Extraktion aus Hahnenkämmen vs. biofermentative Herstellung aus Streptokokken) und im molekularen Vernetzungsgrad (native vs. quervernetzte HA). Bei HA tierischen Ursprungs ist es fraglich, ob die Elimination der Proteine zur Gänze möglich ist. In seltenen Fällen wurden nach der Anwendung von HA tierischen Ursprungs durchaus heftige lokale akute entzündliche Reaktionen (Pseudosepsis) beobachtet und zwar meist erst nach der zweiten oder dritten Injektion. Entsprechende gesicherte Berichte über Reaktionen auf biofermentative HA gibt es nicht.
Durch Quervernetzung ("cross-linkage") der HA Molekülketten kann deren Halbwertszeit in
situ deutlich verlängert werden. Das hat den Vorteil, dass die Anzahl der notwendigen Injektionen pro Zyklus bei annähernd gleicher Wirksamkeit verringert werden kann, was wiederum der Patientensicherheit zugute kommt. Derzeit werden für quervernetzte HA drei Injektionen/Zyklus empfohlen.
Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass in Hinblick auf Sicherheit und Effizienz Präparate mit quervernetzter HA biofermentativen Ursprungs, wie z. B.
SYNOCROM
® forte (CROMA) zu bevorzugen sind.
Für nähere Informationen steht Ihnen gerne die Praxisklinik für chirurgische und orthopädische Erkrankungen in Markdorf zur Verfügung.
Dr. Universität Sarajevo
Enes Hadzic
Praxisklinik für chirurgische und orthopädische Erkrankungen
Marktplatz 1
D-88677 Markdorf
1 2007, Osteoarthritis and Cartilage 15: 1424-1436
2 Strauss et al. 2009 Am J Sports Med. 37:1636-44, Arnold et al. 2008, JMCP 13 Suppl.: 3-19, Brzusek & Petron 2008, Curr Med Res Opin. 24: 3307-22